Das Wort zum Wochenende: Megatrend Gold, Silber und Aktien


Was für eine Woche! Nehmen wir nur mal Gold (erst neuer Preisrekord, dann Abwärtsreaktion) und Silber (auf dem langen Weg zum Preisrekord, aber längst noch nicht dort). Was mir zuletzt in puncto Edelmetalle wiederholt auffiel: die in vielen Medien zu beobachtende mangelnde Differenzierung: Anlagemünzen sind nun mal etwas anderes als Sammlermünzen, ETFs sollten ebenso wie gemanagte Edelmetallfonds nicht mit Minenaktien verwechselt werden, und statt Goldpreispreisprognosen bis Anno Tobak von Investmentbanken wie Goldman Sachs oder JP Morgan für bare Münze zu nehmen, empfehlen sich Anlegern eher eigene Recherchen, eine differenzierte Betrachtung und geschicktes Timing im Zuge des Edelmetall-Megatrends.

Wohin dieser uns führen wird, ist zwar unbestimmt, aber eine Aussage wird bis auf Weiteres ihre Gültigkeit behalten: Solange die Notenbanken in beliebiger Menge Geld aus dem Nichts schöpfen, brauchen sich die Besitzer von Gold, Silber, aber auch von Platin und Palladium um ihre Pfründen keine Sorgen zu machen – vorausgesetzt, sie halten das zwischenzeitliche Rauf und Runter im Zuge des Megatrends nervlich aus. Es ist wichtig, sich diese Einschränkung immer wieder vor Augen zu führen. Dann ist der Psychologe in Ihnen gefragt.

Damit sind wir beim Thema Aktien angelangt. Ich zitiere an dieser Stelle gern den Fondsmanager Peter Lynch, der mit seiner Anlagestrategie in den 80er Jahren große Erfolge erzielte. Seine Methode: Schier unzählige Aktien analysieren und solche mit den voraussichtlich größten Chancen auf Kursgewinne kaufen. Dann so lange warten, bis die Kursgewinne da sind, in vielen Fällen sogar jahrelang.

Ist die Methode von Peter Lynch heute nicht schon ein wenig angestaubt? Diese Frage dürften vor allem Anleger aus der jüngeren Börsianer-Generation stellen, die gewohnt sind, Aktien täglich mehrfach hin und her zu handeln. Gehen wir deshalb den Dingen auf den Grund. Vorab eine grundsätzliche Aussage: Jede erfolgreiche Methode ist alles andere als angestaubt, ganz egal, ob sie auf langfristiger Anlage oder auf schnellem Trading beruht.

Der große Unterschied zwischen beiden: Der Kursgewinn einer Aktie, die zehn Jahre lang gehalten wird, ist durch zehn zu teilen, um – grob gerechnet – mit einem Zehnprozenter verglichen zu werden, dessen Kursgewinn schon nach zehn Monaten erzielt wird. Das ist finanzmathematisch zwar nicht ganz sauber, aber in der Kernaussage richtig. Und um noch etwas draufzusatteln: Angenommen, ein ausgebuffter Trader ist mit vielen Aktienkäufen und -verkäufen pro Tag mega-erfolgreich, dann kann es ihm gelingen, innerhalb kürzester Zeit zum Millionär zu werden – sicher einer der Gründe, warum besonders Anleger aus der jungen Generation so gern mit allem spekulieren, was Börsen zu bieten haben.

Alle Anleger müssen sich irgendwann – am besten so früh wie möglich – darüber im Klaren werden, zu welcher Kategorie von Börsianern sie gehören möchten. Wobei die Artenvielfalt im Lauf der Jahre und Jahrzehnte variiert: Junge Daytrader werden auf einmal zu Festgeldhortern, sobald eine Familie zu ernähren ist, und erfolgreiche Mittfünfziger mit viel Geld in der Kasse zu Immobilien- und Edelmetallfans.

Börsen haben den verschiedenen Anlegergruppen viel zu bieten. Greifen wir einfach nur den Handel mit Gold und Silber heraus, weil beide Edelmetalle derzeit wegen ihrer rasanten Rauf- und-runter- Preisentwicklung besonders populär sind. Gold gilt als Versicherung, speziell als Schutz vor dem Zusammenbruch des Finanzsystems. Seine industrielle Verwendung außerhalb der Schmuckindustrie liegt unter 10 Prozent, während Silber etwa zur Hälfte industriell eingesetzt wird. Der Aufwärtstrend beider Edelmetalle wird von kurz- bis mittelfristigen Abwärtsreaktionen unterbrochen, die beim Silberpreis besonders heftig sind.

Wer als Anleger erfolgreich sein will, ist gut beraten, sich so intensiv wie möglich mit den wichtigsten Anlageklassen zu beschäftigen, also mit Aktien, Gold, Silber, Immobilien, Anleihen und Tagesgeld. In all diesen Fällen kommt es auf die richtige Mischung und auf das Timing an. Wer beides beachtet, wird reich, wer es leugnet, bleibt arm.


Ab Sonntagmorgen auf www.goldseiten.de : Deutschland im Kreuzfeuer